Worum geht es bei Palliativversorgung?

Franz Müntefering brachte es auf den Punkt. Er wisse, wovon er spreche. Mindestens zweimal, habe er schon aktive Sterbehilfe geleistet, und das „sehr aktiv sogar, bei meiner Mutter und bei meiner Frau. Hand gehalten, dabeigesessen, getröstet.“

Das Wissen um die hospizlich-palliativen Möglichkeiten ist kaum verbreitet, die Angst vor einem "Qualtod" hingegen in fast allen Köpfen fest verankert. „Sterbehilfe“ für die meisten Menschen ein wichtiger Notnagel

Durch eine angemessene Palliativversorgung und Hospizarbeit kann es aber Schwerstkranken möglich sein, auf breiter Basis am Leben teilzunehmen. Das ist auch gerade für Angehörige wichtig, nicht nur für die Patienten. Auch die Angehörigen werden durch die Diagnose einer schweren Krankheit aus ihrem Lebensumfeld gerissen.

Unser Ziel ist es, dass alle Menschen die Chance haben, Wünsche und Vorstellungen über das eigene Sterben auszusprechen; sie brauchen dazu ein tragfähiges Netzwerk, das die Versorgung garantiert.

Überall herrscht ein Geist des „höher, schneller, weiter“. Was wir aber brauchen, ist ein Geist des „nicht zu hoch, nicht zu schnell, nicht zu weit“.

Wir brauchen eine Medizin mit Maß.

Palliativmedizin/Palliative Versorgung

  • ermöglicht Linderung von Schmerzen und anderen belastenden Symptomen
  • bejaht das Leben und erkennt Sterben als normalen Prozess an
  • beabsichtigt weder die Beschleunigung noch Verzögerung des Todes
  • integriert psychologische und spirituelle Aspekte der Betreuung
  • bietet Unterstützung, um Patienten zu helfen, ihr Leben so aktiv wie möglich bis zum Tod zu gestalten
  • bietet Angehörigen Unterstützung während der Erkrankung des Patienten und in der Trauerzeit
  • beruht auf einem Teamansatz, um den Bedürnissen der Patienten und ihrer Familien zu begegnen, auch durch Beratung in der Trauerzeit, falls notwendig
  • fördert Lebensqualität und kann möglicherweise auch den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen
  • kommt frühzeitig im Krankheitsverlauf zur Anwendung, auch in Verbindung mit anderen Therapien, die eine Lebensverlängerung zum Ziel haben, wie z.B. Chemotherapie oder Bestrahlung, und schließt Untersuchungen ein, die notwendig sind um belastende Komplikationen besser zu verstehen und zu behandeln.

(Deutsche Übersetzung der WHO Definition 2002 - DGP)

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